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KI klar verstehen

Für den Mittelstand

Sie arbeiten in einem Unternehmen mit bis zu etwa 500 Beschäftigten, etwa in Verwaltung, Einkauf, Qualitätssicherung, Konstruktion oder technischer Dokumentation? Hier finden Sie Antworten auf vier Fragen, die vor der Einführung von KI oft gestellt werden. Die Größe ist nur eine Orientierung. Die Antworten gehen tiefer als auf den anderen Seiten; sie richten sich auch an Datenschutzbeauftragte und Führungskräfte. Grundsatz Ob eine bestimmte Nutzung erlaubt ist, beurteilt dieses Angebot nicht. Es zeigt, worauf Sie achten können und wo Sie selbst nachsehen sollten. Grundsatz Grundlagen wie betriebliche Konten, eine einfache KI-Regel und die Einweisung stehen unter „Für kleine Betriebe“; sie gelten auch hier.

Quelle · geprüft am 06.11.2026

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1 Wann brauchen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und was steht drin?

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), englisch Data Processing Addendum (DPA). Verarbeitet ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag, verlangt die DSGVO dafür einen Vertrag mit festgelegten Mindestinhalten, schriftlich oder elektronisch. Q40 Art. 28 Abs. 1, 3, 9 Bei ChatGPT und Claude sehen die gelesenen Bedingungen einen solchen Vertrag für die Tarife für Unternehmen und die API vor, nicht für die privaten Tarife. Q19, Q44, Q22, Q23; Q20, Q24, Q46 Ob ein AVV im Einzelfall nötig ist, beurteilt dieses Angebot nicht.

→ Die vier Fragen, Frage 4

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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Fachlich erklärt: Was in den Verträgen steht

Was in den Verträgen zur Auftragsverarbeitung steht – eine Auswahl, nach unserem Stand. Englisch heißen sie Data Processing Addendum (DPA).

OpenAI Anthropic
Gilt für Ergänzt den „OpenAI Services Agreement“. Dieser gilt nach eigenem Wortlaut für die API, ChatGPT Enterprise, ChatGPT Business und andere Dienste für Unternehmen und Entwickler, nicht für Verbraucher. Quelle: Q44, Q19 · Stand 04.11.2026 Teil der Commercial Terms (API, Console, Team, Enterprise). Diese gelten nicht für Verbraucher; Claude.ai und Claude Pro für Einzelpersonen oder Organisationen fallen nicht darunter. Quelle: Q22, Q23, Q46 · Stand 04.11.2026
Rolle des Anbieters OpenAI handelt als Auftragsverarbeiter. Quelle: Q19 · Stand 04.11.2026 Bei Team und Enterprise handelt Anthropic als Auftragsverarbeiter. Quelle: Q53 · Stand 06.11.2026
Fassung aktualisiert 01.12.2025, gültig ab 01.01.2026 Quelle: Q19 · Stand 04.11.2026 gültig seit 24.02.2025 (Commercial Terms seit 17.06.2025) Quelle: Q22, Q23 · Stand 04.11.2026
Vertragspartner im EWR OpenAI Ireland Ltd.; Daten aus dem EWR und der Schweiz verarbeitet OpenAI Ireland Limited. Quelle: Q19 · Stand 04.11.2026 Anthropic Ireland, Limited, für Kunden mit Sitz im EWR, in der Schweiz oder in Großbritannien; irisches Recht. Quelle: Q23 · Stand 04.11.2026
Übermittlung außerhalb des EWR nur auf Basis von Standardvertragsklauseln oder eines Angemessenheitsbeschlusses Quelle: Q19 · Stand 04.11.2026 Standardvertragsklauseln (Modul 2 und Modul 3) sind einbezogen; Anthropic unterstützt bei einer Transferfolgenabschätzung. Quelle: Q22 · Stand 04.11.2026
Unterauftragnehmer öffentliche Liste; Änderungen werden angekündigt; Widerspruch innerhalb von 30 Tagen Quelle: Q19 · Stand 04.11.2026 öffentliche Liste; neue werden vorher angekündigt; Widerspruch innerhalb von 15 Tagen Quelle: Q22 · Stand 04.11.2026
Datenpanne – Meldung an den Kunden ohne unangemessene Verzögerung, spätestens nach 48 Stunden Quelle: Q22 · Stand 04.11.2026
Vertragsende Rückgabe oder Löschung auf Weisung des Kunden, außer bei gesetzlicher Aufbewahrung Quelle: Q19 · Stand 04.11.2026 Rückgabe auf Wunsch und Löschung innerhalb von 30 Tagen; Ausnahmen u. a. bei gesetzlichen Pflichten Quelle: Q22 · Stand 04.11.2026

Für ChatGPT Business ist ein DPA vorgesehen; prüfen Sie im Konto, ob er abgeschlossen ist. Q44, Q19 Ein Strich heißt: Dazu haben wir keine geprüfte Angabe. Das ist keine Entwarnung.

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Vergleich (zum Verständnis, keine Tatsachenaussage)

Ein Betrieb lagert Akten bei einem Archivdienst ein. Wichtig ist nicht nur, in welcher Halle die Kisten stehen. Wichtig ist auch, was im Vertrag steht: welche Subunternehmer mitarbeiten und was am Ende mit den Akten passiert. Genau das regeln die Verträge zur Auftragsverarbeitung von OpenAI und Anthropic: eine Liste der Unterauftragnehmer mit Widerspruchsrecht und die Rückgabe oder Löschung der Daten bei Vertragsende. Q19, Q22

Wo der Vergleich hinkt: Ein KI-Dienst lagert Daten nicht nur, er verarbeitet sie – und das nicht immer dort, wo er speichert (Claude Team und Enterprise: Verarbeitung in mehreren Regionen, Speicherung in den USA). Q1, Q3, Q5, Q23, Q26 Und bei den privaten Tarifen gibt es so einen Vertrag gar nicht. Q24, Q46; Q20, Q19

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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2 Wo werden die Daten verarbeitet, und was bedeutet „EU-Datenresidenz“ wirklich?

„EU-Datenresidenz“ meint, dass Daten in Europa gespeichert oder verarbeitet werden. Bei ChatGPT und Claude gibt es das nur für bestimmte Tarife und Zugänge, und Speichern und Verarbeiten sind dabei nicht dasselbe.

Alle Tarife im Überblick: Anbieterübersicht.

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„Vertragspartner in Irland, Speicherung in der EU – dann ist alles geklärt.“

Ein europäischer Vertragspartner heißt nicht, dass die Daten in Europa bleiben: OpenAI Ireland verarbeitet auch in den USA. Q43 Und wo verarbeitet wird, ist nicht immer dort, wo gespeichert wird. Bei Claude Team und Enterprise etwa wird standardmäßig in mehreren Weltregionen verarbeitet und in den USA gespeichert. Q1, Q3, Q5, Q23, Q26 Training, Speicherdauer und Zugriff sind damit noch nicht beantwortet.

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Fachlich erklärt: Übermittlung in Drittländer

Die DSGVO lässt Übermittlungen in Länder außerhalb des EWR nur unter Bedingungen zu, etwa mit einem Angemessenheitsbeschluss der Kommission (Art. 45) oder mit geeigneten Garantien wie Standarddatenschutzklauseln (Art. 46 Abs. 2 Buchst. c). Q40 Für die USA gibt es das EU-US Data Privacy Framework. OpenAI und Anthropic stehen am Prüfdatum nicht auf dessen offizieller Liste. Q27 Passend dazu stützen beide Übermittlungen auf Standardvertragsklauseln. Ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind, ist eine Frage des Einzelfalls. Q19, Q22, Q25, Q43 Manche Quellen im Netz nennen anderes, etwa zum Data Privacy Framework oder zu einer EU-Verarbeitung über die Claude-API. Maßgeblich sind hier die offizielle Liste und die Dokumentation des Anbieters. Q27, Q5

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3 Dürfen Zeichnungen, Prüfberichte oder Lieferantendaten hinein?

Ob Sie das dürfen, beurteilt dieses Angebot nicht. Grundsatz Bei Zeichnungen, Prüfberichten und Lieferantendaten geht es oft nicht nur um Datenschutz, sondern auch um Betriebsgeheimnisse und um das, was Sie mit Kunden und Lieferanten vereinbart haben. Drei Fragen helfen beim Klären:

  1. Was sagen Ihre Verträge? Etwa eine Geheimhaltungsvereinbarung mit dem Kunden, der die Zeichnung beigestellt hat, oder Regeln mit Lieferanten zur Weitergabe an Dienstleister.
  2. Was gilt im genutzten Tarif? In den Tarifen für Unternehmen und über die API wird nach Angaben beider Anbieter standardmäßig nicht mit Ihren Eingaben trainiert; in den privaten Tarifen kann das passieren. siehe Tabelle In Firmenkonten können Administratoren bzw. der Inhaber des Firmenkontos auf Inhalte zugreifen oder sie exportieren. Q20, Q43 · Q53, Q54 Speicherung und Ort je Tarif zeigt die Anbieterübersicht.
  3. Stehen Personen darin? Prüfberichte und Lieferantenunterlagen enthalten oft Namen, etwa von Prüfern oder Ansprechpartnern. Dann kommen die Datenschutzfragen hinzu, auch die nach dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Frage 1).

Was grundsätzlich nicht hineingehört, steht unter „Das gibt man nie ein“.

Quellen · geprüft am 06.11.2026

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4 Wann sind Betriebsrat, Datenschutzbeauftragte oder eine DSFA gefragt?

Drei Themen stehen oft an, bevor ein Unternehmen KI einführt: Datenschutzbeauftragte, Betriebsrat und eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Ob sie im Einzelfall beteiligt werden müssen, beurteilt dieses Angebot nicht.

Datenschutzbeauftragte: Die Aufsichtsbehörden empfehlen, die oder den Datenschutzbeauftragten beim Einsatz von KI stets einzubinden. Q13 Abschn. 1.12 Ob Ihr Unternehmen eine Datenschutzbeauftragte oder einen Datenschutzbeauftragten benennen muss, behandelt dieses Angebot nicht.

Betriebsrat: Die Aufsichtsbehörden empfehlen außerdem zu prüfen, ob Betriebs- oder Personalrat zu beteiligen sind. Q13 Abschn. 1.12 Was das Betriebsverfassungsgesetz dazu sagt, steht im Folgenden.

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Fachlich erklärt: Betriebsverfassungsgesetz

Stellt ein Betrieb eigene Konten bereit, können Administratoren Inhalte und je nach Tarif Nutzungsinformationen einsehen. Q43, Q46 Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er – soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht – mit bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen. Q35 § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG Über die Planung von Arbeitsabläufen ist er zu unterrichten, ausdrücklich auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Q38 § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG Ob das bei einem bestimmten KI-Werkzeug greift, beurteilt dieses Angebot nicht. Wo es einen Betriebsrat gibt, lohnt die frühe Frage.

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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Beispiel (erfunden)

Ein Zulieferer mit 180 Beschäftigten und Betriebsrat will ChatGPT Business für Einkauf und Qualitätssicherung einführen. In einem Business-Arbeitsbereich können die Administratoren auf die Konten zugreifen, auch auf Inhalte. Wer sich vorher privat mit der Firmen-E-Mail-Adresse angemeldet hat, kann dem Arbeitgeber gemeldet und in den Arbeitsbereich übernommen werden. Q20, Q43 Damit liegt die Frage nach der Mitbestimmung nahe: § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG betrifft technische Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen. Q35

Worauf man achten kann: Den Betriebsrat früh einbeziehen – über die Planung von Arbeitsabläufen mit KI ist er zu unterrichten – und allen offen sagen, was die Administratoren sehen können. Q38 § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG Ob die Mitbestimmung hier greift, beurteilt dieses Angebot nicht.

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)

Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA): eine Prüfung vor Beginn einer Verarbeitung, wenn diese – insbesondere mit neuen Technologien – voraussichtlich ein hohes Risiko für die betroffenen Personen hat. Die Aufsichtsbehörden veröffentlichen Listen, wann sie nötig ist. Q40 Art. 35 Abs. 1, 4 Die deutschen Aufsichtsbehörden halten eine DSFA beim Einsatz von KI „vielfach“ für erforderlich. Q13 Abschn. 2.3 Entscheidend ist das Risiko der konkreten Verarbeitung; das beurteilt dieses Angebot nicht.

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Kurz-Checkliste für den Mittelstand

Empfehlungen zum Abhaken vor und bei der Einführung – keine Prüfung Ihres Einzelfalls. Grundsatz

Passend dazu: der Selbstcheck mit bis zu sieben Fragen zum Ankreuzen. Grundsatz

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