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KI klar verstehen

Für Handwerk und Selbstständige

Sie sind selbstständig oder führen einen Handwerksbetrieb und nutzen KI für Angebote, Texte oder Antworten an Kunden? Hier finden Sie Antworten auf vier Fragen, die sich dabei oft stellen. Ob eine bestimmte Nutzung erlaubt ist, beurteilt dieses Angebot nicht. Es zeigt, worauf Sie achten können und wo Sie selbst nachsehen sollten. Grundsatz Nutzen auch Mitarbeitende KI, lesen Sie zusätzlich „Für kleine Betriebe“.

Quelle · geprüft am 06.11.2026

Nächste Prüfung: 04.12.2026 · alle Quellen unter Quellen und Änderungen

1 Darf ich eine Kundenanfrage in ChatGPT kopieren, um ein Angebot zu schreiben?

Ob Sie das dürfen, hängt vom Einzelfall ab; das beurteilt dieses Angebot nicht. Das gilt für ChatGPT wie für Claude. Grundsatz Eine Kundenanfrage enthält meist Personendaten: Name, Adresse, Telefonnummer, oft Angaben zum Haus. Für deren Eingabe braucht es nach Ansicht der Aufsichtsbehörden eine Rechtsgrundlage. Q13 Abschn. 3.1 Für den Angebotstext selbst braucht die KI diese Angaben in der Regel nicht. Kopieren Sie deshalb nicht die ganze Anfrage, sondern nur, was für den Text nötig ist: Leistung, Maße, Material. Dabei gilt: Nur Name und Anschrift zu streichen, reicht nach Ansicht der Aufsichtsbehörden regelmäßig nicht, weil der Zusammenhang die Person verraten kann. Q13 Abschn. 3.1 Sollen doch Kundendaten hinein, stellt sich die Frage nach dem Vertrag mit dem Anbieter (Frage 2).

Quellen · geprüft am 04.11.2026

Nächste Prüfung: 04.02.2027 · alle Quellen unter Quellen und Änderungen

Beispiel (erfunden)

Ein Dachdecker lässt sich von einer KI ein Angebot formulieren. Den Namen der Kundin lässt er weg. Er schreibt: „Angebot für das Eckhaus neben der Kirche in [Ort], Dachfläche 140 m².“ Wer den Ort kennt, weiß, um wessen Haus es geht. Die Aufsichtsbehörden nennen selbst ein solches Beispiel: ein Arbeitszeugnis ohne Namen, aber mit Stelle und Arbeitgeber, ist trotzdem einer Person zuzuordnen. Q13 Abschn. 3.1 Die DSGVO stellt darauf ab, ob sich die Person mit Mitteln erkennen lässt, die nach allgemeinem Ermessen wahrscheinlich genutzt werden. Q41 Erwägungsgrund 26

Worauf man achten kann: Auch Umschreibungen weglassen, die auf eine Person zeigen. Für das Angebot genügt „Einfamilienhaus, Satteldach, 140 m²“.

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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2 Brauche ich dafür ein Business-Konto?

Das beurteilt dieses Angebot nicht. Es hängt davon ab, was Sie eingeben und was der Vertrag Ihres Tarifs vorsieht. Grundsatz Zwei Fragen helfen beim Klären: Sieht der Vertrag Ihres Tarifs geschäftliche Nutzung vor? Und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV, englisch DPA), wenn Sie Personendaten Ihrer Kunden eingeben? Bei der ersten Frage unterscheiden sich ChatGPT und Claude deutlich (siehe Beispiel). Q20; Q24, Q46

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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Wo werden meine Daten verarbeitet, und welcher Vertrag regelt das?

Bei ChatGPT und Claude auch außerhalb des EWR, unter anderem in den USA. Beide stützen das auf Standardvertragsklauseln. Q19, Q22, Q25, Q43 Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung sehen die gelesenen Bedingungen nur für die Tarife für Unternehmen und für die API vor. Q19, Q44, Q22, Q23

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Beispiel (erfunden)

Herr Lorenz ist Elektriker und arbeitet allein. Seine Angebote formuliert er abends mit einer KI – mal mit ChatGPT Plus, mal mit Claude Pro. Beide Abos hat er selbst abgeschlossen.

ChatGPT: Die Nutzungsbedingungen von OpenAI für Europa gelten für Dienste für Einzelpersonen und enthalten einen eigenen Zusatz für die geschäftliche Nutzung. Q20 Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung gehört nicht dazu; ihn sieht OpenAI für die Tarife für Unternehmen und die API vor. Q19, Q44

Claude: Die Verbraucher-Bedingungen von Anthropic gelten für Personen, die überwiegend außerhalb ihres Gewerbes oder Berufs handeln. Darin sagt der Nutzer zu, den Dienst nicht für kommerzielle oder geschäftliche Zwecke zu nutzen. Q24, Q46 Die Bedingungen für Unternehmen (Commercial Terms) gelten etwa für Team, Enterprise und die API; Claude Pro schließen sie ausdrücklich aus. Q22, Q23, Q46

Für dieselbe Arbeit sehen die beiden Verträge also Verschiedenes vor.

Worauf man achten kann: Vor der geschäftlichen Nutzung die Bedingungen des eigenen Tarifs lesen. Sie sagen, was der Vertrag vorsieht – nicht, ob Sie Kundendaten so verarbeiten dürfen.

Quellen · geprüft am 04.11.2026

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Begriff: Auftragsverarbeitungsvertrag

3 Was ist mit Baustellenfotos und Kundenadressen?

Fotos: Auf einem Baustellen- oder Schadensfoto ist oft mehr zu sehen als der Schaden: Hausnummer, Klingelschild, Autokennzeichen, Menschen im Bild. Personenbezogen sind nach der DSGVO nicht nur Namen. Eine Person kann auch über eine Kennnummer, Standortdaten oder besondere Merkmale identifizierbar sein. Q40 Art. 4 Nr. 1 Schneiden Sie Fotos deshalb vor dem Hochladen zu oder decken Sie solche Stellen ab. Um zu erkennen, welcher Schaden zu sehen ist, braucht die KI die Hausnummer nicht. Löschen Sie hochgeladene Dateien eigens: Bei ChatGPT werden Dateien in der „Library“ getrennt vom Chat verwaltet; wer den Chat löscht, löscht sie dort nicht automatisch. Q21 Vorsicht beim Teilen: Ein geteilter ChatGPT-Chat kann Bilder und hochgeladene Dateien enthalten; öffentliche Claude-Links enthalten keine angehängten Dateien. Q55, Q51

Kundenadressen: Die Adresse einer Privatkundin ist eine Information über eine identifizierbare Person. Für die meisten Texte braucht die KI sie nicht. Lassen Sie sie weg, ebenso Umschreibungen, die auf das Haus zeigen (siehe Beispiel). Q40 Art. 4 Nr. 1

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Die ganze Liste: Das gibt man nie ein

4 Was ist vernünftiger Schutz mit wenig Aufwand?

Kurz-Checkliste für Handwerk und Selbstständige

Diese Schritte kosten wenig Zeit und greifen die vier Fragen auf. Es sind Empfehlungen, keine Prüfung Ihres Einzelfalls. Grundsatz

Passend dazu: der Selbstcheck mit bis zu sieben Fragen zum Ankreuzen. Mit Mitarbeitenden: siehe „Für kleine Betriebe“. Grundsatz

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